Hochbeet aus Cortenstahl
Cortenstahl ist ein wetterfester Stahl, der an der Oberfläche eine dichte Rostschicht bildet. Diese Patina schützt den Stahl darunter vor weiterer Korrosion – deshalb rostet ein Cortenstahl-Hochbeet zwar sichtbar, aber nicht durch. Der Haken: In den ersten Monaten gibt es Rostwasser ab, das helle Beläge verfärbt.
Wie die Patina entsteht
Erster Rost zeigt sich schon nach wenigen Tagen im Freien, die typische braune Patina nach einigen Wochen. Damit sie gleichmäßig wird, entferne alle Folien- und Verpackungsreste gleich nach dem Auspacken – darunter rostet der Stahl sonst fleckig.
Eine besondere Pflege braucht Cortenstahl danach nicht. Hersteller versprechen eine lange Lebensdauer; unabhängige Angaben in Jahren haben wir nicht gefunden.
Rostflecken auf Terrasse und Pflaster vermeiden
In den ersten Monaten – Händler nennen etwa ein bis sechs Monate – läuft bei Regen rostiges Wasser vom Stahl ab. Poröse Beläge wie Beton, Naturstein oder helle Fliesen nehmen die Farbe leicht auf. So verhinderst du Flecken:
- Vorrosten lassen: Das neue Beet erst einige Wochen auf Kies, Sand oder Rasen stehen lassen, bevor es auf die Terrasse kommt.
- Kiesstreifen: Das Beet auf ein Kies- oder Splittbett stellen, in dem das Wasser versickert.
- Abstand zum Boden: Füße, Gummipads oder Plattenlager unterlegen, damit kein Wasser unter dem Beet steht.
- Auffangschale auf Balkon und Dachterrasse.
Bereits entstandene Flecken lassen sich oft mit Rostentfernern auf Oxalsäurebasis entfernen – vorher an einer unauffälligen Stelle testen.
Hitze im Sommer
Wie jedes Metall leitet Cortenstahl Wärme. Durch die dunkle Patina kann er sich in praller Sonne stark aufheizen, die Wurzeln am Rand leiden dann. Eine Noppenfolie oder Kokosmatte an den Innenwänden dämmt, Mulch und abendliches Gießen helfen zusätzlich. Mehr dazu im Ratgeber Hochbeet-Material.
Cortenstahl und Gemüse
Hersteller bieten Cortenstahl-Hochbeete ausdrücklich für Gemüse an, manche sagen, eine Innenfolie sei nicht nötig. Unabhängige Untersuchungen dazu, was aus der Rostschicht in die Erde übergeht, haben wir nicht gefunden. Eine Innenfolie trennt Erde und Stahl und dämmt zugleich – im Gemüsebeet die einfache, sichere Lösung.
Für wen sich Cortenstahl lohnt
- Ja: wer ein langlebiges, dünnwandiges Beet mit viel Pflanzfläche will und die rostige Optik mag – auf Rasen, Kies oder in einem Kiesbett.
- Eher nein: auf hellen Natursteinterrassen ohne Kiesbett, oder wenn du das Beet häufig umstellen willst.
Wichtig für kleine Gärten: Metallwände sind nur wenige Millimeter dick, ein Cortenstahl-Beet hat bei gleichem Außenmaß mehr Pflanzfläche als ein Holzbeet. Die Höhe sollte wie bei jedem Hochbeet zu dir passen – siehe Hochbeet Höhe.
Häufige Fragen
Rostet ein Cortenstahl-Hochbeet durch?
Nein, nicht unter normalen Bedingungen. Die Rostschicht an der Oberfläche schützt den Stahl darunter vor weiterer Korrosion.
Färbt Cortenstahl ab?
In den ersten Monaten ja: Rostwasser kann helle und poröse Beläge verfärben. Ein Kiesbett, Füße unter dem Beet oder Vorrosten auf Kies verhindern das.
Braucht ein Cortenstahl-Hochbeet eine Folie?
Gegen Rost nicht. Für Gemüse ist eine Innenfolie trotzdem sinnvoll, weil sie gegen Hitze dämmt und die Erde vom Stahl trennt.